Zum Musikfest Schloss Weinzierl 2011

Mit dem auf den ersten Blick paradox erscheinenden Aperçu, die drei göttlichsten Musiker der Geschichte seien Bach, Mozart und Schubert, die drei größten Komponisten aber Haydn, Beethoven und Brahms gewesen, hat der Dirigent William Steinberg einmal seine Zuhörer überrascht: Und nicht von ungefähr erscheinen aus dieser ungewohnten Perspektive die beiden Hauptprotagonisten unseres diesjährigen 4. Musikfestes auf Schloss Weinzierl, Haydn und Brahms, als verwandte Seelen.
Man kann den Spuren der intensiven Beschäftigung mit Haydn bei Brahms in vielen Werken begegnen: in den von Brahms zu Recht so spöttisch kommentierten „Anklängen“ ganz allgemein oder in den berühmten „Haydn-Variationen“ op.56 (von deren Thema wir heute wissen, dass es nicht von Haydn stammt), am bedeutungsvollsten aber im Prinzip der motivisch-thematischen Arbeit selbst, als deren eigentlicher „Erfinder“ Haydn – und als deren „Vollender“ Brahms gelten darf.
Mit Kurt Schwertsik, dessen Frau Christa gemeinsam mit dem Altenberg Trio den Liederzyklus „Traumstörung“ (nach Gedichten von Else Lasker-Schüler und Elfriede Gerstl) uraufführen wird, hat das Musikfest Schloss Weinzierl 2012 einen der originellsten Komponisten der Gegenwart zu schöpferischer Mitarbeit gewonnen – und bleibt damit seinem Vorsatz treu, der zeitgenössischen Musik ganz im Sinne Haydns immer einen festen und prominenten Platz zu sichern.




